am I or am I not?

It just dawned on me, that it is 20 years now, that I live in Germany. More exact, in the vicinty of Berlin and for most of the time in Berlin proper. Time flies…

Thinking about it, I still have more years on the clock living in my home country, Austria, than here (26 vs 20). But in a couple of years, this ratio will turn.

To this day, whenever I am asked: “where are you from, originally?” (a customary question in Berlin, the great melting pot, where hardly anyone is originally born and bred here, apart from my sweetheart and some of his school pals), automatically my answer is “I am Austrian.” This indicates, that I still feel, that I am a foreigner here.

But am I? The question is, do I really live abroad? Germany and Austria. In which ways are they different, the two neighbours, other than in size? Same lingo, similar economy and political system, lot’s of shared history, therefore very similar culture. One could argue, that there is no difference.

Most Germans I talk to, a very surprised, that I don’t have German citizenship. Whenever the topic arises, they always assume, I have applied for it long since, as if it were the normal thing to do or something, that automatically happens after a while. Maybe they even think it is the same thing. The first couple of times I was astonished to hear this, by now I have gotten used to it. I usually reply “Why should I?” This, in return, always surprises my German counterparts. I vivdly recall big eyes, as if they were taken aback by the very idea, that one would not want to be German. I think, this is both weird and funny.

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Truth is, there was never a time, when I haven’t felt welcome here. To the contrary, almost ervery single German I have ever met, likes Austria and this gave me lots of unearned sympathy, which is a huge advantage to have. Ironically, my sweetheart is the only German I know with an express negative view of Austria and the Austrians (also expressly not my fault, phew!).
At the same time, I have never thought myself German. And I don’t think I ever will. Only come election time I feel at a disadvantage, because after ten or so years of living here I lost track of and interest in Austrian politics and am following the German equivalent since. I really would love to be able to vote here in more than the local elections. For this, I even considered to apply for German citizenship (to have in addition to the Austrian one). Germany would allow this, but after studying the Austrian Embassy’s website, I understand, Austria doesn’t. And I would not even consider to give up my Austrian citizenship -there you have it, I do live abroad, legally speaking.

To me, the differences between Germany and Austria are subtle, but many. Maybe, because I live in Berlin, which is different in its own right. The main differences stem from this region being a basically protestant region (vs. almost 100% catholic Austria), I believe. On the whole, I think, this is the core to the predominant mentality around here, which I’d call Prussian. Not in the sense, Austrians use the word Prussia or Prussians or their own (connotatively negative) term “Piefke”, but to describe, what I have come to love and respect about the folks around here: their discipline and – most of all – their straightforwardness.
And then, of course, on top of this, in Berlin the two special East/West cultures emerge, to not use the term clash, and have to live side by side and together. Which is sometimes funny to watch for an outsider (see, foreigner again).

If I lived in Bavaria, maybe I wouldn’t feel a foreigner at all. But then, I’d never want to live in Bavaria (or anywhere else in Germany south of Potsdam). After all, my first 26 years in Austria I spent mainly wanting away as far as possible. Didn’t get very far, but nevertheless…

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11 thoughts on “am I or am I not?

  1. Wenn hier schon angesprochen wird, dass ich einer der wenigen in Berlin zu sein scheine, der Vorurteile gegen Österreicher hat, sollte ich das vielleicht erklären.
    Vorurteile basieren in der Regel auf eigenen Erfahrungen oder auf üble Propaganda in den Medien.
    Da ich die Lächerlichkeit von Propaganda meinen Mitmenschen bewusst machen möchte, bilde ich gerne nicht politisch korrekte Sätze wie:
    Der Mexikaner an sich ist eher verschlagen.
    Dem kann sicherlich von Allen zugestimmt werden, die genügend Hollywood-Western gesehen haben.
    Natürlich wird so etwas gefährlich, wenn man an die Verhältnisse in Mexiko denkt (z.B. Frauenmorde in Ciudad Juarez etc.). Weil dann für viele ein solches Vorurteil zur „Gewissheit“ wird, ohne dabei zu bedenken, dass die Opfer ja wohl auch Mexikaner(innen) sind.
    Dabei muss man feststellen, dass Vorurteile über Völker, Ethnien oder Religionsgruppen ausschließlich im Maskulinen ausgedrückt werden.
    Es ist immer der Jude, der Pole, der Araber, der Neger, der Moslem oder wie bei Thomas Bernhard (Alte Meister):
    „In jedem Österreicher steckt ein Massenmörder.“
    Die Mutter der Pensionsvermieterin in Velden, die mir vor 16 Jahren sagte, dass man viel zu wenig Juden vergast hätte, war da wohl eine Ausnahme. Aber das war Kärnten und das zählt nicht, wie mir mein Schatz erklärt hat.
    Wobei wir bei „eigenen Erfahrungen“ sind, die bei mir bis ins Jahr 1967 zurückreichen, als mir ein Wiener auf die dringliche Frage, ob die gerade noch im Spurt erreichte S-Bahn in die richtige Richtung führe, dies erst dann mit ja beantwortete, als die Türen schon geschlossen waren. Der harmlose Auftakt zu einer Reihe negativer Erfahrungen in Österreich, die so lange anhielten, bis ich mit einer Eingeborenen das Land besuchte. Aber ich will mich nicht in Anekdoten verlieren, sondern lieber Dieter Nuhr zitieren:
    „Bei der Fußball-WM habe ich mir Österreich gegen Kamerun angeschaut. Auf der einen Seite Exoten, fremde Kultur, wilde Riten – und auf der anderen Seite Kamerun.“

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    1. nur zur Erklärung innerösterreichischer Vorurteile (neiiin, das endet nicht bei Staatsgrenzen, das geht noch viel kleinteiliger): Der Kärntner (Heider-County) an sich ist eher ein Nazi. Und außerdem im Grundsatz schon der unsympathische Widerpart eines jeden Steirers (leider muss ich zugeben, auch in der schönen Stmk. ticken die Leute rechts). Der arme Burgenländer muss immer als Doofsack herhalten (es gibt eine eigene Humorsparte dafür: den Burgenländerwitz) und den Wiener mag man in Restösterreich auch nicht.

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  2. ^^ Hat Dich hier um Berlin irl eigentlich schon wer im Scherz “Schluchtenscheisser” genannt, nachdem das Ösi sein .. “gebeichtet” wurde? ^^ (Lebte bisher in der Annahme das hätten aus dem münchner Raum Dazugezogene eingeschleppt.) 😉

    Manchmal gefällt mir die schneidge Schärfe von put downs der Ösis, obwohls leicht in Klatsche ausartet oder so aufgefasst wird. Möglich dass das auch nur aufgrund eines gewissen Mundart und Akzentinteresses der Fall ist @schneidige Schärfe.

    Hat die Assimilation in der Sprache nach solanger Zeit Früchte getragen? Sind also Begrifflichkeiten grundverschiedener Natur ersetzt worden? Mal “Preußen” aussen vor gelassen ^^ – ists immernoch weired wenn man das für sich feststellt, vllt bedauert oder wertschätzt; je länger ich frage um so nebeliger erinnert es an wahrscheinliche Einträge in denen das zur Sprache kam. … rambling again, sorry.

    I appreciate this area as well, protestants and more so atheists. Had a good “scare” alright when visiting w/ friends in Bavaria … so much so that I was hard pressed to imagine living there as they did – und what for the short time of my stay ~2 weeks was percieved as permeating every fibre of daily live

    oppressivly permeating…

    maybe my – maybe our brains remember it more horribly nowadays – in the save and relative comfort of Brandenburg.

    oh, I never say that word and whenever I do it brings alive memories of this great rendition, I m sure you are familiar w/ ^^

    😉

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      1. na klar, Schluchtenscheisser fällt schon mal, aber das ist 1.) nicht böse gemeint und 2. nicht sooo unwahr
        und das ösi-sein wird hierzulande immer noch deutlich an mienem akzent erkannt, obwohl mich norddeutsche auch öfter in Bayern verorten, weil sie ösi- von bayernakzent nicht zu unterscheiden vermögen.
        zuhause wird mir allerdings schon vorgeworfen, wie ein piefke zu klingen. und auch genauso (für ösis beleidigend) direkt (für ösis arrogant, kaltschnäuzig usw.) zu sein.

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      2. ^^ merci. das A und I, das S der Norddeutschen wär’ mir das Auffälligste, sind vorwendlich hinauf gezogen, daher selbst eher hochdeutsch mit Einschlag von Berliner Schnauze. Wie kommst Du mit dem sorbischen mitunter Genuschel klar (SüdOsten Brandenburgs?)? War tramfahrend immer ganz verzückt und angetan dass Potsdam Stimmen von allen Ecken der Welt anzuziehen vermochte. Eine Weile war das Schwabenbashing wohl in, hab’ ich nie verstanden, fand das gebabbel erbaulich, bin aber vllt auch Hörspiel/Sketch geschädigt was das anbelangt – durch badesalz cds. ^^

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      3. das Brandenburger Idiom finde ich nicht so wohlklingend wie die echte Berliner Schnauze. und weiter nach Südosten hin (Dresden etc) habe ich schon mal Mühe, überhaupt was zu verstehen.
        Andererseits gibt’s im Brandenburgischen feine Begriffe wie z.B. urst, die mich sehr amüsieren.
        Mein steirischer (stoasteirisch nach Reinhard P. Grubers Definition im klassischen Haupt- und Heimatroman Der Hödlmoser) ist aber hierzulande in seiner Reinform überhaupt nicht zu verstehen. Ich würde sagen, ich klinge noch “ausländisch”, spreche aber wie viele hier in der Ecke, etwas dem Hochdeutsch Angenähertes… man will sich ja auch mal unterhalten

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      4. ^^ verstehe ich, das Brandenburger Idiom scheint etwas verwässert im Vergleich, mir, der am Arsch der Welt aufwuchs, war jedoch wie eigentlich allen dieser aus BB abstrahlende Wortbrei bereits Fremdes, Subversives, auf jeden Fall Nacheiferungswürdiges. ^^

        Was dem Englischen das piglatin ist darf Dir das Hödlmoser stoasteirisch sein und als greifbare Verkleidung dienen. Es vergnügt mich mir fernab der tatsächlichen Begebenheit vorzustellen, wie Du fluchend ins stoasteirische wegbrichst und freien Lauf lässt ohne das groß wer was verstehen und vorhalten könnte. ^^

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